Blinde und Kunst

Silja Korn und Anke Aust haben sich im September 2007 via Internet kennen gelernt. Silja Korn 1966 in Berlin geboren ist seit 20 Jahren als Erzieherin im Kindertagesstättenbereich tätig. Die Kinder sind im Alter von 2,5 bis 5 Jahren. Sie malte schon gern in Ihrer Kindheit.
Aufgrund der Erblindung, die sie mit 12 Jahren durch einen Autounfall erlitt, war das Malen für sie leider nicht mehr möglich.
Die Eltern, Bekannten Freunde und Lehrer in der Schule wollten sie an vielerlei andere künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten heranführen, worin sie jedoch keinerlei Freude und Inspiration empfand.
Durch eine Eltern Mailingliste erfuhr sie, dass blinde Kinder malen. Um dieses Wissen, dass blinde Kinder malen ließ sie ihren Traum, "wieder" malen zu können realer werden.
Beim recherchieren im Internet stieß sie auf die Künstlerin Anke Aust die einige ihrer Bilder mit gut ertastbaren Materialien gestaltet. Dadurch ist die Idee bei Anke Aust entstanden Silja Korn Ihre Bilder mit den Händen betrachten zu lassen, so wurde Anke Aust auch eine neue Sichtweise auf ihre Bilder ermöglicht.
Beim betasten der Bilder von Anke Aust entstand bei Silja Korn die Vorstellung, Anke Aust zu fragen, sie im Malen zu unterrichten.
Die wöchentlichen Treffen und der gegenseitige Austausch führten dazu sich mit der Frage "Blinde und Kunst" zu beschäftigen. Während dessen entwickelte sich der Gedanke an einer gemeinsamen Ausstellung. Beide mussten feststellen wie groß doch die Berührungsängste zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen sind. Silja Korn hat fast täglich damit zu tun, während Anke Aust sich mehr am Rande damit beschäftigte.
In unserer Gesellschaft herrschen noch immer viele Vorurteile. Viele fragen sich, wieso malen Blinde überhaupt, da sie sowieso nichts sehen. Behinderten Menschen wird in diesem Bereich oftmals noch wenig künstlerisches Verständnis zugetraut. Einige verlieren deshalb den Mut und geraten dadurch in die Isolation.
Beide Künstlerinnen möchten darauf aufmerksam machen sich mit mehr Respekt und Toleranz zu begegnen. Die Ausstellung soll dazu beitragen die Barrieren auf beiden Seiten abzubauen und auf einander zu zugehen.
Das bezieht alle behinderten Menschen mit ein.
Wir wollen mit dieser Ausstellung erreichen, dass man den behinderten Menschen mehr zugetraut und einander mehr Respekt und Toleranz entgegen gebracht wird.